Alpha ventus geht ans Netz
27. April 2010 –„Mit dem Bau von alpha ventus haben unsere drei Unternehmen gezeigt, dass Offshore-Windenergie in Deutschland auch unter vergleichsweise schwierigen Bedingungen technisch machbar ist. Darauf kann das gesamte Team zu Recht stolz sein", freut sich Gesamtprojektleiter Wilfried Hube (EWE). „Die Errichtung von zwölf Windkraftanlagen der 5-Megawatt-Klasse in 45 Kilometer Entfernung von der Küste und bei Wassertiefen um 30 Meter ist ein echtes Stück Pionierarbeit und weltweit bislang einzigartig", so Hube weiter.
Das Projekt alpha ventus war für EWE, E.ON und Vattenfall ebenso wie für zahlreiche Auftragnehmer der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser. Zwar lagen bereits Erfahrungen aus anderen Windprojekten vor, aber den Realitätstest über die Machbarkeit von Offshore-Windkraft in Deutschland erbrachten erst die rauen Bedingungen der Nordsee. So ist der Bau von alpha ventus eine beachtliche logistische Leistung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den Errichtungsschiffen im Jahr 2008 wurden diese „lessons learned" 2009 bei der Wahl des geeigneten Equipments direkt umgesetzt. Mit der Folge, dass alle zwölf Windturbinen in sieben Monaten errichtet werden konnten und das Projekt gut im Gesamt-Zeitplan liegt. Oliver Funk von Vattenfall und zugleich Geschäftsführer der DOTI hierzu: „Wir haben gelernt, dass die Errichtungsprozesse und die zum Einsatz kommende Logistik sehr gut aufeinander abgestimmt sein müssen, um erfolgreich bauen zu können. In diesem Punkt haben wir eine sehr steile Lernkurve durchlaufen."
Im Sommer 2009 kamen auf der Baustelle von alpha ventus zu Spitzenzeiten rund 350 Personen sowie bis zu 25 verschiedene Schiffe gleichzeitig zum Einsatz. Darunter befanden sich drei nagelneue Hubinseln (Jack-up Barges), die quasi direkt von der Werft kommend ihren ersten Offshore-Einsatz bei alpha ventus hatten, sowie das größte Kranschiff der Welt, Thialf, das die Jacket-Fundamente für die REpower-Windturbinen in nur sechs Tagen in die Nordsee stellte.
Der Bau von alpha ventus war weitaus komplexer als dies bei bisherigen Offshore-Windparks, die alle außerhalb Deutschlands errichtet wurden, üblich ist. Grund dafür ist das Konzept, das alpha ventus zugrunde liegt: zwei Windturbinen-Typen deutscher Hersteller wurden auf zwei unterschiedlichen Fundament-Typen mit unterschiedlichen Errichtungskonzepten gebaut. „Letztlich kann man sagen, dass wir zwei Windparks errichtet haben", sagt hierzu Ralf Lamsbach von E.ON in seiner Funktion als DOTI-Geschäftsführer. „Dafür steht bereits jetzt fest, dass uns der Bau wertvolle Erkenntnisse für weitere Offshore-Projekte liefern wird", so Lamsbach weiter.
Während die zwölfte Windturbine nun errichtet wurde befinden sich unterdessen die ersten sechs Anlagen im Probebetrieb und liefern bereits Strom. Seit August dieses Jahres hat alpha ventus rund 13 Millionen Kilowattstunden Strom von der Nordsee erzeugt. Die weiteren sechs Turbinen werden jetzt nacheinander in Betrieb genommen. Auch hier geht das Projekt einen Weg, der bislang nicht unbedingt üblich ist: „alpha ventus macht keine Winterpause", sagt Dr. Claus Burkhardt von EWE und ebenfalls DOTI-Geschäftsführer. „Wenn das Wetter es zulässt, gehen wir raus und schließen die Anlagen an - und wenn es sein muss, auch zu Weihnachten und Silvester", so Burkhardt. Um die Erreichbarkeit von alpha ventus sicher zu stellen, haben in den ergangenen Wochen mehr als einhundert Techniker entsprechende Helikopter-Abseiltrainings in Cuxhaven absolviert. Sollte der Seeweg aufgrund von Schlechtwetter nicht zur Verfügung stehen, können die Techniker jetzt die Windkraftanlagen aus der Luft erreichen.
Die weiter laufenden Arbeiten auf hoher See können auch im Internet verfolgt werden. Von der Forschungsplattform FINO1 aus zeigt eine Webcam direkt auf das Baufeld. Sie finden den Link auf die Webcam unter www.alpha-ventus.de.
Gemanagt wird das Projekt von einem rund 40-köpfigen Team aus Mitarbeitern der drei beteiligten Unternehmen EWE, E.ON und Vattenfall. Die gemeinsame Projektgesellschaft DOTI wurde im Juni 2006 gegründet. Bereits im September 2008 hat die DOTI mit der erfolgreichen Errichtung des Offshore-Umspannwerks die Voraussetzung dafür geschaffen, dass der erzeugte Windstrom an Land transportiert werden kann. Dies geschieht mit Hilfe eines Seekabels, das das Umspannwerk mit dem deutschen Stromnetz verbindet und das ebenfalls bereits vergangenes Jahr durch die Transpower GmbH (ehemals E.ON Netz) gelegt wurde.
Bundesverband Erneuerbare Energien kritisiert interessengeleitete Debatte um vermeintliche Kostensteigerung durch Erneuerbare Energien
31. März 2010 –„Selbst wenn durch den Ausbau der Erneuerbaren die EEG-Umlage in den nächsten Jahren weiter ansteigen sollte, sagt das noch lange nichts über die Strompreisentwicklung aus und schon gar nichts über die Kosten für unsere Energieversorgung", stellt BEE-Präsident Dietmar Schütz klar. Die Erneuerbaren hätten an der Strombörse ganz klar einen kostensenkenden Effekt. Immer dann, wenn die Einspeisung besonders hoch sei, sänken an der Leipziger EEX die Preise.
Außerdem hätten die Erneuerbaren allein im Stromsektor im vergangenen Jahr 71 Mio. Tonnen CO2 und damit externe Kosten für Klima- und Umweltschäden in Höhe von rund 5 Milliarden Euro vermieden. Schütz: „Wer seriöse Aussagen über die Kosten der Erneuerbaren für die Stromkunden machen will, muss sich schon die Mühe machen und die ganze Wahrheit erzählen. Doch das passt Vielen, die sich an der aktuellen Diskussion beteiligen, nicht ins Konzept."
Immer wieder würden Horrorzahlen lanciert, um die Erneuerbaren zu diskreditieren und offenbar auch, um von den Problemen konventioneller Energieproduktion abzulenken. Davon gebe es allerdings reichlich: Störfälle in Kernkraftwerken, marode Atommülllager mit explodierenden Entsorgungskosten und erhebliche Rückstände beim Ausbau eigener zukunftsfähiger Erzeugungskapazitäten auf Basis Erneuerbaren Energien bei einigen Versorgern. „Wir können nur davor warnen, auf dieses durchsichtige Spiel hereinzufallen und die Anstrengungen für den Umbau unserer Energieversorgung zu bremsen", so Schütz.
Bau des ersten deutschen Ostsee-Windparks startet
15. März 2010 –Bau des ersten deutschen Ostsee-Windparks startet
Der Bau des ersten Windparks vor der deutschen Ostseeküste startet heute offiziell. Der Baubeginn sei für diesen Tag angemeldet worden, sagte eine Sprecherin des Betreibers Energie Baden-Württemberg (EnBW) in Karlsruhe. "Baltic 1" entsteht rund 15 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. In den kommenden Tagen werde das erste Schiff mit Steinen im Baufeld eintreffen, so die Sprecherin weiter.
Aus den Steinen entstehen Anlagen, die die Fundamente vor Ausspülung durch Wellen und Strömung schützen sollen.Von Ende 2010 an sollen auf einer Fläche von sieben Quadratkilometern 21 Windanlagen Strom erzeugen. Mit den geplanten 185 Gigawattstunden Strom pro Jahr könnten rund 40.000 Drei-Personen-Haushalte versorgt werden.20 Unternehmen aus dem Nordosten eingebunden. Die Höhe der Investitionen gab EnBW nicht bekannt. Insgesamt will das Unternehmen drei Milliarden Euro investieren, um bis 2020 seinen Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent des Energiemixes auszubauen. In das Projekt "Baltic 1" seien 20 Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern eingebunden. Deren Auftragsvolumen liege bei rund 48 Millionen Euro.
Gegner scheitern vorm Oberverwaltungsgericht
Gegner des Windparks hatten jahrelang gegen den Windpark geklagt. Sie befürchten negative Auswirkungen auf den Tourismus und den Naturschutz sowie eine Gefährdung der Schifffahrt in der nahen und stark befahrenen Kadetrinne. Sie waren jedoch vor dem Oberverwaltungsgericht Greifswald gescheitert. Die Bundesregierung will in den kommenden Jahren etwa acht Millionen Haushalte mit Strom aus Offshore-Windkraftanlagen versorgen. Bis 2020 soll der Anteil der regenerativen Energien an der Stromversorgung auf 30 Prozent erhöht werden. Windräder auf dem Meer sollen dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Bauindustrie wird zur Klimaschutzindustrie – Großes Potenzial bei Offshore-Windkraft und Geothermie
19. Jan. 2010 –
„Für die Bilfinger Berger AG ist der Bereich Offshore-Windkraft ein großes und interessantes Geschäftsfeld, das hohe technische Kompetenz erfordert.“ Dies erklärte Hans Kahle, Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH. Insbesondere die Gründung der Windmühlen in 40 bis 50 Meter Seetiefe, die zirka 60 Kilometer von der deutschen Küste entfernt stattfinden müsse, sei eine besondere Herausforderung. Die limitierenden Faktoren seien das Wetter und auch insbesondere Wellen, die 20 bis 25 Meter hoch werden könnten. Die Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH habe daher eine besondere Gründungskomponente entwickelt, die auf einem extra konstruierten Spezialschiff onshore zusammengebaut werde, um dann mit Hilfe des Schiffes offshore montiert zu werden. Dies habe zum Ergebnis, dass an immerhin 270 Tagen im Jahr Gründungen weit draußen im Meer stattfinden könnten. Die Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH habe insbesondere auf den Forschungsfeldern FINO und Horns Rev vielfältige Erfahrungen mit der Gründung sammeln können und sehe sich nun gut gerüstet für einen Markt, der in Zukunft mehrere Milliarden Euro an Investment erfordert.
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Dipl.-Kfm. Felix Koselleck von der Strabag AG strich hervor, dass andere Länder im Bereich der Nutzung von Offshore-Windkraft schon viel weiter seien als Deutschland. Insgesamt bewertete er die Entwicklung der Offshore-Windparks als ein interessantes Marktfeld für die europäische Bauindustrie, insbesondere wenn maritime Erfahrung und Kompetenz, eigenes Offshore-Installationsgerät sowie Projektfinanzierungs-Know-how und Liquidität für einen hohen Eigenkapitalbedarf vorhanden seien. Koselleck wies in diesem Zusammenhang nochmals auf die politischen Rahmenbedingungen hin, die seiner Meinung nach geeignet seien, die Entwicklung von Offshore-Windparks zu fördern. Insbesondere das EEG habe hier für große Schubkraft gesorgt. Bei den Windparks liege auch hoher Bauanteil, insbesondere im Bereich der Entwicklung und Einbettung der Fundamente, bei der Installation der Stahltürme und Turbinen, der Kabelverlegung sowie beim Rahmen- bzw. Bodenaushub und Auf- und Abbauen.
Das Marktpotenzial in der deutschen Nordsee bewertet Koselleck daher als hoch. 20 Parks seien genehmigt. Ziel der Regierung sei die Produktion von mehr als 12.000 Megawatt mit 40 Parks in Nord- und Ostsee bis 2020. Im Jahr 2030 sollen es bereits 25.000 Megawatt sein. Zudem gäbe es stabile Windverhältnisse und damit auch konstante Stromeinnahmen. Die besondere Kompetenz der Strabag demonstrierte Koselleck anhand eines kurzen Filmes, der den sogenannten Strabag-Carrier vorstellt. Hier handelt es sich um erste Ansätze einer industriellen Massenfertigung von Schwerkraftfundamenten on-shore, die dann mit Hilfe eines Carriers „off-shore“ installiert würden.
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